Vom Stall zum Ferienhaus
TEXT Geschichte Stadel & Bilder mit den 4 Ställen
Die Geschichte des «Alpenträumli» Wichelboden
Einst gehörte die charmante Stallscheune vornehmlich den Vorfahren von Natascha. Als gebürtige Walliserin mit einer tiefen Sehnsucht nach ihrer Heimat hegte sie den langjährigen Traum, dieses traditionsreiche Gebäude in ein idyllisches Ferienhäuschen zu verwandeln. Dank der Einstufung des Gebäudes als schützenswert konnte dieser Traum nun Wirklichkeit werden.
Die Stallscheune vereint einen soliden gemauerten Stall mit einer darüberliegenden Scheune in traditioneller Blockbauweise. Historisch erfüllt sie zwei wesentliche Funktionen: Während der Wintermonate, die oft schon im Frühjahr beginnen, bot der Stall den Kühen Schutz in Dorfnähe. Im Sommer hingegen wurde das geerntete Heu in der Scheune sorgfältig gelagert.
Der Stall war ursprünglich in der Mitte durch einen Gang in zwei Viehlager unterteilt, die wiederum in kleinere Standplätze für die Kühe gegliedert waren. Die frühere Stalltür, die sogenannte «Stallpoort», ermöglicht heute den Zugang zum Untergeschoss des Gebäudes.
Die Scheune verfügte an der Bergseite über eine großzügige Öffnung, den sogenannten «Iwurf», der über eine Leiter zugänglich war. Diese Konstruktion erlaubte es, das eingebrachten Heu mühelos in die Scheune zu werfen. Heute dient dieser «Iwurf» als willkommene Lichtquelle, die den Raum in ein warmes Licht taucht.
Der Heustall war ein Gemeinschaftsstall, der durch Trennwände in verschiedene Abteile, sogenannte «Schroten», unterteilt war. Vier Futtertüren ermöglichten den Zugang zur Scheune. Die Haupttür, die «Etzpoort», war über eine Außentreppe mit der Stalltür verbunden. Über diese Treppe wurde das Heu in einer speziell angefertigten Schürze, der «Hirterforschoch», von den Bauern in die Futterkrippe getragen.
Heute sind die einstigen «Etzpoorten» Fenster, die das Giebelzimmer mit Licht durchfluten. Die Galerie ist zudem durch eine nachgestaltete Trennwand gesichert, die den historischen Charme des Gebäudes bewahrt und gleichzeitig modernen Komfort bietet.

Umbau Planung
Umbauidee
Der ehemalige Stall aus Familienbesitz wurde mit viel Respekt vor seiner Geschichte in ein einzigartiges Ferienhaus umgebaut. Ziel war es, den ursprünglichen Charakter zu bewahren und ihm gleichzeitig neues Leben einzuhauchen.
Bewilligung & Erhalt
Für den Umbau waren diverse Bewilligungen erforderlich. Der Stadel wurde als schützenswert eingestuft, weshalb an der Aussenhülle nichts verändert werden durfte. Die bestehenden Öffnungen bestimmten die Positionen von Fenstern und Türen - eine Herausforderung, die den besonderen Charme des Hauses heute ausmacht.
Planung
Auf kleinstem Raum sollte möglichst viel praktische Wohnfläche entstehen - ohne auf Komfort zu verzichten. Jeder Quadratmeter wurde sorgfältig geplant, um Funktionalität, Gemütlichkeit und modernes Wohnen miteinander zu verbinden.
Konzept - wenig Fläche, viel Platz
Trotz kompakter Grundfläche bietet das Ferienhaus erstaunlich viel Raum: Zwei separate Zimmer, eine Galerie und insgesamt bis zu 7 Schlafplätzen macht es ideal für Familie oder Freunde.
Der mittlere Stock bildet das Herzstück mit offenem Wohn- und Essbereich sowie einer voll ausgestatteten Küche - ein Ort zum Zusammensein, Kochen und Geniessen.

Umbau Umsetzung
Kleiner Stall, grosse Herausforderungen
Distanz
Der Umbau begann im Jahr 2019 und konnte 2023 abgeschlossen werden. Was als Herzensprojekt startete, entwickelte sich rasch zu einer anspruchsvollen Bauphase. Bewilligungsverfahren, die grosse Distanz zum Wohnort, der hohe Anspruch und Wunsch, möglichst viel selber umzusetzen, stellten uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Zusätzlich erschwerten die Umstände der Corona-Pandemie, der Fachkräftemangel sowie die Holz- und Energiekrisen den gesamten Umbau.
Unser Erstwohnsitz befindet sich in Zofingen AG - rund 170 km bzw. 2.5 Autostunden vom Bauprojekt entfernt. Viele Absprachen, Baustellenbesuche und Entscheidungen mussten deshalb sorgfältig geplant und in Freizeit oder Ferien gelegt werden.
Eigenarbeit
Der Anspruch und die Motivation, möglichst viel Eigenarbeit zu leisten, waren von Anfang an hoch. Gleichzeitig verlangten Baufortschritt und enge Zeitpläne viel Flexibilität. Trotz dieser Herausforderungen konnten wir bei verschiedenen Ausbauschritten aktiv mitarbeiten und so einen persönlichen Beitrag zum Projekt leisten.
Umstände
Die Jahre des Umbaus waren geprägt von der Corona Pandemie, Arbeitskräftemangel sowie Holz- und Energiekrisen. Diese Faktoren forderten und immer wieder heraus, flexibel zu bleiben, umzudenken und pragmatische Lösungen zu finden.


























